Haben Sie schon mal vom kreativen Herumsitzen gehört?

Gut möglich, dass Sie jetzt den Kopf schütteln. Vielleicht sagt Ihnen das etwas: “Einseitiges Sitzen am Arbeitsplatz im Büro”. Harmlos ist es jedenfalls nicht. Denn es zieht im wahrscheinlichsten Fall chronische Rückenbeschwerden nach sich.

Damit das nicht zum Dauerthema wird, ist es wichtig zu wissen, wie der Bürostuhl sein muss und erst recht, wie er so richtig komfortabel werden kann.

In unserem Ratgeber dreht sich alles um den perfekten Bürostuhl.

Die wichtigsten Merkmale des ergonomischen Bürostuhls

Ein schöner Rücken kann auch Entzücken. Gilt hier besonders. Denn die Rückenlehne eines Bürostuhls ist das, worauf am häufigsten geblickt wird. Vermutlich deshalb, weil uns der eigene Rücken bereits hier ins Gewissen redet. Gewiss sollte auch an die Höhenverstellbarkeit des Bürostuhls gedacht werden, denn wir sind individuell, nicht nach Maß gefertigt.

Doch wir alle vertreten die Meinung, dass die Last nicht ständig auf unseren Schultern oder dem Nacken liegen sollte.

Deshalb sollten wir darauf achten, einen Bürostuhl zu wählen, der Armlehnen vorweisen kann, die zudem höhenverstellbar sind. Dass der Bürositz wippbar ist, sollte den Bandscheiben zuliebe auch bedacht werden. Und um endgültig als „rückenfreundlich“ zu gelten, braucht es eine gewisse Flexibilität des Bürostuhls, weshalb dieser über eine Sitztiefenfederung verfügen sollte, die den „Aufprall“ des in den Sitz fallenden Angestellten abfängt.

Haben wir auf dem Stuhl Platz genommen, sollten wir nicht zu tief sitzen. Für eine optimale Sitztiefe müssen immer noch drei bis vier Finger zwischen Wade und Sitzvorderkante passen. Die Sitzfläche selbst darf nicht zur Rutschbahn verkommen, was durch eine zu weit eingestellte Sitztiefe begünstigt wird.

Sitz- und Rückenlehnen sind bei vielen modernen Bürostühlen miteinander verbunden und zudem beweglich. Soll diese Mechanik häufig genutzt werden, gilt es sie an das Gewicht des Nutzers anzupassen. Die Gewichtseinstellung nehmen Sie über den Regler unterhalb der Sitzfläche vor. Sobald ein für Sie angenehmer Widerstand der Rückenlehne erreicht ist, haben sie das Gewicht korrekt eingestellt.

Ob der Bürostuhl rollen soll oder nicht, entscheiden Sie selbst. Die richtige Mechanik vorausgesetzt.

Haben Sie diese Punkte verinnerlicht, wissen Sie bestens, worauf beim Kauf eines Bürostuhls zu achten ist.

Allerdings ist der nächste Schritt genauso wichtig, denn die Mechanik des Bürostuhls greift erst dann, wenn der Stuhl perfekt angepasst wird. Das individuelle Einstellen des Bürostuhls hat enorme Auswirkungen auf die Rückengesundheit, wenn es unter Berücksichtigung der Körperproportionen und der Körpergröße geschieht.

Den Bürostuhl richtig einstellen

Die Sitzhaltung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und gleiches gilt auch für das Empfinden des Sitzkomforts. Allerdings wird hier häufig der Fehler gemacht, die Sitzhöhe (Höhe vom Boden bis zur Sitzfläche) zu niedrig einzustellen, was überflüssige Belastungen und Verspannungen im unteren Rückenbereich nach sich ziehen kann. Lassen wir die Individualität außen vor, gibt es ein paar grundlegende Regeln, deren Einhaltung zur richtigen Sitzhaltung führt.

Dass unsere Füße ständigen Bodenkontakt ausüben, ist dabei eine Facette, wobei Knie und Becken im 90 Grad Winkel zueinander stehen sollten. Sind diese Voraussetzungen gegeben, können die Arme waagerecht auf den Schreibtisch gelegt und der Rücken von der Lehne gestützt werden. So halten wir die korrekte Sitzhaltung ein, die Hals-, Nacken- und Schultermuskulatur entlastet.

Übrigens kann es nicht schaden, ein wenig an der Sitzneigeverstellung des Bürostuhls (das setzt voraus, dass sie vorhanden ist) zu „schrauben“. So kommen sie dem von Experten empfohlenen offenen Sitzwinkel verdammt nah.

Aber auch die Armlehnen des Bürostuhls sollten die Möglichkeit zur Anpassung bieten, denn gerade in unserer Oberarmlänge sind wir individuell. Hier sollte der Winkel zwischen Unter- und Oberarm stets 90 Grad erreichen.

Die Rückenlehne muss in jedem Fall gut erreichbar sein, weshalb sie nicht zu hoch oder zu niedrig sein darf. Doch Kopf und Nacken wollen auch gestützt werden. Hier entscheiden Sie, was Vorrang hat, denn die Höheneinstellung sollte individuell ausgerichtet sein. Wobei die Nackenstütze nach etwas mehr Feintuning verlangt. Beachten Sie die Signale, die Ihr Körper Ihnen sendet, als verlässliche Quelle.

Fazit: Das Geld steckt nicht nur im Bürostuhl, sondern auch in Ihrer Gesundheit.

Wirklich wichtig ist, dass Sie unseren Ratgeber zum Bürostuhlkauf immer bei sich tragen – in Gedanken – denn mit der Gesundheit sollte man nicht leichtfertig umgehen. Und Sie wollen sich gar nicht vorstellen, was für Gefahren im ständigen, falschen Sitzen verborgen liegen.